Die Realisierung einer Baute

"Viele Köche verderben den Brei" und "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" sind ein paar Sprichwörter, die schon mancher Hausbauer ungewollt kennen lernen musste. Der Hausbau ist keine einfache Aufgabe und hat auch viel mit Vertrauen und Erfahrung zu tun. Vieles was am Anfang ungenügend berücksichtigt wurde, kann später zu unangenehmen Überraschungen führen. Dann wird es langsam feucht im Keller und das Wasser sucht sich seinen Weg, der Putz bröckelt, die Farbe blättert, der Wind bläst durch die Ritzen, oder irgendwann zieht der Schimmel im neuen Zuhause ein. Meinrad Mannhart hat mit seiner langjährigen Erfahrung als erfolgreicher Bauleiter und Baubegleiter schon vieles gesehen und weiss genau worauf ganz speziell geachtet werden muss. Schon vor dem Bau gilt es vieles zu berücksichtigen. So spielen der Landkauf, der Bauplatz und auch die Lage des Grundstücks schon in der ersten Phase der Bauplanung eine wichtige Rolle.

Gerne bietet Meinrad Mannhart seine Dienstleitung vom Suchauftrag für das Grundstück bis zum Hausbau und erfolgreichen Abschluss, als Bauleiter und Baubegleiter an. Regional liegt sein Wirkungskreis vor allem im Umfeld von Walenstadt, Mels, Sargans, Bad Ragaz, Chur, Lugano, Buchs, Vaduz, Quarten, Weesen, Niederurnen, Uznach bis nach Glarus und deckt somit einen grossen Teil der Ostschweiz ab. Generell ist er aber auch in den Kantonen St. Gallen (SG), Graubünden (GR), Ausserhoden (AR), Innerrhoden (AI), Glarus (GL) bis ins Tessin (TI) tätig.

Um eine grobe Übersicht und einen kleinen Ratgeber über den Vorgang eines Hausbaus zu geben sind im folgenden die wichtigsten Punkte aufgelistet und beschrieben. 
 
 

Baustütze


Ausführung mit einem Architekten und Unternehmern

Der Architekt plant den Bau und überwacht dessen Erstellung.

Er geht auf die individuellen Anliegen des Bauherrn ein, berücksichtigt die örtlichen Gegebenheiten und ist bemüht, die gestalterischen, technischen und ökonomischen Aspekte sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Der Architekt ist Koordinator, Vertreter und Treuhänder des Bauherrn. Die Bauabrechnung erfolgt nach Ergebnis. Dieses Verhältnis ist für den Bauherrn transparent und persönlich.

 

Der Landerwerb

Die erste Handlung wird die Suche nach einem passenden Areal sein (falls ein solches nicht bereits vorhanden ist). Schon zu diesem Zeitpunkt ist die Beratung durch den Architekten von grossem Nutzen. Er wird aufgrund eines groben Raumprogramms auf die Bedingungen, die ein Bauplatz zu erfüllen hat, hinweisen können.

Der Kauf von Land mit Architekturverpflichtung schafft Voraussetzungen, die eine spätere Zusammenarbeit Bauherr – Architekt belasten kann, da der Auftraggeber nicht «aus freiem Willen» seinen Auftragnehmer wählt.

Einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Baukosten haben topografische und geologische Verhältnisse eines Baugeländes. Durch geschickte Dispositionen können aber auch in topografisch schwierigem Gelände reizvolle und nicht zwingend aufwendigere Bauten entstehen. Ein schlechter oder ein Grundwasser führender Baugrund wird zu Verteuerungen führen. In solchen Fällen ist vor Kaufabschluss eine Beratung durch den Bauingenieur und den Geologen empfehlenswert. Die Beiträge an die Infrastruktur-Kosten (Strasse, Ver- und Entsorgung usw.) variieren meistens von Gemeinde zu Gemeinde. Eine Befragung der entsprechenden Amtsstellen wird in den meisten Fällen Klarheit über die Kosten ergeben. Bei unerschlossenen Grundstücken ist Vorsicht am Platz. Erschliessungskosten sind teuer. Aussagen bezüglich Kosten und Realisierungsterminen sind vielfach unverbindlich.

Häufig bestehen Servitute auf einer Parzelle. Es ist nötig, die Konsequenzen zu kennen.

Je nach den gesetzlichen Vorschriften variieren Grenz- und Gebäudeabstände, Geschosszahlen, Nutzungsvorschriften usw. Zonen- oder Landumlegungen zum Beispiel können unliebsame Verzögerungen bedeuten. In der Regel benötigt der Bauherr einen Fachmann, der ihn objektiv und sachkundig informieren und beraten kann.

 

Raumprogramm

Die Ausarbeitung von einem klaren Raumprogramm ist von entscheidender Bedeutung und wird mit Vorteil gemeinsam mit dem Architekten besprochen.

Es gilt, Raumgrössen, Raumqualitäten, Ausbauwünsche, Komfortstufen usw. zu bestimmen. Funktionelle Anforderungen, räumliche Zusammenhänge und Kriterien der Organisation entscheiden über Erfolg oder Misserfolg eines Baues.

 

Vorprojektphase

Das Vorprojekt ist Diskussionsgrundlage zur Darstellung und Entwicklung von Ideen und Vorstellungen. In dieser Phase sind Materialien und Details noch unwichtig. Das Vorprojekt dient eventuell dazu, bei den Behörden baugesetzliche Vorschriften und Voraussetzungen abzuklären.

Aufgrund dieser Skizze kann eine generelle Kostenschätzung mittels Kubikinhalt und Kubikmeterpreis erstellt werden, wobei der Kubikmeterpreis eine Erfahrungszahl und Schätzung ist, die Gebäudekosten inkl. Honorare umfasst (Kostentoleranz + 25 %).

Der Kubikinhalt errechnet sich nach den Normen des SIA (Schweizerischer Ingenieur- und Architekten-Verein); er ist nicht identisch mit dem effektiven Kubikinhalt. Diese Kostenschätzung gibt nicht Aufschluss über Umgebungsarbeiten, Anschluss- und andere Gebühren, Bauzinsen usw. Diese zusätzlichen Aufwendungen machen mindestens 20 % der Gebäudekosten aus.

Das Vorprojekt soll dem Architekten wie dem Auftraggeber dazu dienen, gemeinsam eine Linie und ein Ziel zu finden und diese konsequent zu verfolgen, auch wenn Tante Emma, Kollege Weissmehr und Frau Neidvoll anderer Meinung sind. Häuser, die aus gesammelten und zusammen gewürfelten Ideen und Materialien bestehen, sind architektonisch schlechte Produkte.

Es ist Aufgabe des Architekten, dem Bauherrn zu zeigen, dass eine ästhetisch und architektonisch gute Lösung, die viel gedankliche und kreative Arbeit erfordert, besser ist als eine nur vom rational-praktischen Standpunkt beeinflusste und mit pseudo-architektonischen Elementen ausgeschmückte Lösung. Sie stellt auf längere Sicht einen höheren Wert dar.

In einer nächsten Phase entsteht, unter Berücksichtigung des geführten Dialogs, das Bauprojekt. Dieses verdeutlicht die endgültige Idee.

Im Bauprojekt werden die Ideen des genehmigten Vorprojektes in Grundrissen, Schnitten und Fassaden präziser dargestellt. Dazu gehören generelle Materialvorschläge und eine Kostenschätzung. Damit kann der Bauherr sein Budget errechnen und erste Bankkontakte aufnehmen. Die Bauprojektpläne – mit der Bauherrschaft bereinigt und meistens auch mit den behördlichen Instanzen vorbesprochen – werden nun als Baugesuch eingereicht. Sie berücksichtigen alle die unzähligen behördlichen Vorschriften, die einerseits im Baugesetz, andererseits in den entsprechenden Verordnungen usw. enthalten sind.

Der Zeitbedarf für die Prüfung ist je nach Objekt und Behörde von grosser Unterschiedlichkeit.

Bereits in der Phase des Bauprojektes empfiehlt sich der Zuzug des Bauingenieurs und, je nach Komplexität des Bauvorhabens, weiterer Fachspezialisten wie Installationsingenieure, Gartengestalter usw.

 

Detailstudien und Kostenvoranschlag

Zur Ausarbeitung des detaillierten Kostenvoranschlages ist es unumgänglich, eine Anzahl grundsätzlicher Details vorwiegend konstruktiver Natur, aber auch Materialien, verbindlich festzulegen.
Es ist Aufgabe des Architekten, den Bauherrn über erhöhten Schall- und Wärmeschutz, über rationelle und bewährte Systeme und Produkte zu informieren und zu beraten.
In dieser Planungsphase erfolgt unbedingt der Zuzug der Ingenieure (Statik, Installationen), die einerseits bezüglich alternativer Konstruktions- und Installationssysteme beraten, andererseits die ersten technischen Grundlagen für Kostenvoranschlag und Ausführungspläne liefern. Anschliessend an die Detailstudien sind Richtofferten – zum Teil mit Varianten als Entscheidungshilfe – von den entsprechenden Unternehmern und Handwerkern einzuholen. Dazu liefert der Architekt die Beschreibung der einzelnen Arbeitspositionen und, wo erforderlich, die Massenauszüge.

Diese Richtofferten – zusammen mit den Erfahrungswerten – sind die Grundlagen für den definitiven Kostenvoranschlag.

 

Die Baukosten / Anlagekosten beim Bauen

Die beim Bau oder der Sanierung eines Hauses entstehenden Kosten sind auf den ersten Blick unübersichtlich; viele Faktoren müssen berücksichtigt werden - auch hier hilft ein frühzeitiges Gespräch mit dem Architekten. Die folgenden Kosten müssen beim Kostenvoranschlag aufgeführt werden:

Grundstück, Vorbereitungskosten, Gebäude, Betriebseinrichtungen, Umgebung, Baunebenkosten, Ausstattung.

 

Grundstückkosten

  • Grundstück Kaufpreis (inkl. Erschliessung)
  • evtl. Maklerprovision

Einsparmöglichkeiten: bei der Festlegung des Kaufpreises hilft die frühzeitige Einschaltung des Architekten, Mängel werden rechtzeitig erkannt und können den Preis evtl. bestimmen.

 

Gebäudekosten

  • Kostendetaillierte Aufstellung sämtlicher Arbeitsgattungen
  • Honorare Architekt, Ing. etc.

Einsparmöglichkeiten: Eigenleistung ist unter fachkundiger Anleitung (z.B. durch den Architekten) bei vielen Arbeiten möglich!!!

 

Baunebenkosten

  • Baubewilligungen, Gebühren
  • Anschlussbeiträge
  • Versicherungen
  • Finanzierungskosten
  • Übrige Baunebenkosten

Bewilligungsgebühren, Anschlussbeiträge können von Gemeinde zu Gemeinde variieren. Baukredite sind je nach Finanzierungsinstitut verschieden. Durch eine straffe Terminplanung der Bauleitung kann die Bauzeit verkürzt werden, somit kann eine Kosteneinsparung bei Baukreditzinsen erzielt werden.

Einsparmöglichkeiten: Sparen an der Planung zahlt sich selten aus, da die Planung vor allem in der Anfangsphase großen Einfluss auf die Baukosten hat. Erfolgshonorare, zum Beispiel für die Unterschreitung der Baukosten, können vereinbart werden.

 

Umgebungskosten

  • Gartenanlagen
  • Strassen, Plätze
  • Werkleitungen
  • Übriges, Honorar Architekt im Gebäude inbegriffen

Bauprojekt, Baubeschrieb und Kostenvoranschlag sind notwendige Unterlagen, um Finanzierungsfragen abzuklären und den Baukredit zu errichten.

 

Vorbereitungsphase der Ausführung

 Ausführungs- und Detailpläne

Die Ausführungs- und Detailpläne sind Arbeitsunterlagen, die vorweg den Unternehmern dienen. Damit gibt der Architekt seine Intentionen in einer technisch durchdachten Form weiter.

 

Ausschreibungsunterlagen

Sie umschreiben die Anforderungen, die den Plänen nicht entnommen werden können.

 

Ausschreibung 

Sie ermöglicht aufgrund der vorbeschriebenen Pläne und Ausschreibungsunterlagen das Einholen von mehreren vergleichbaren Offerten zu jeder Arbeitsgattung. Die Preiseingaben sind auf richtige Kalkulation und Vollständigkeit hin zu prüfen.
Der Architekt klärt die Vertragskonditionen mit den Unternehmern ab (Preisnachlässe, Preisbindungen, Teuerungsklauseln usw.).
Zum Schluss liefert der Architekt dem Bauherrn vergleichbare Entscheidungsgrundlagen (Vergleichszusammenstellung).

 

Wahl der Unternehmer

Hier gilt die Devise, dass der Preis allein nicht ausschlaggebend sein soll. Leistungsfähigkeit, fachliche Qualifikation, Seriosität und faires Verhalten zählen oft mehr als der Tiefstpreis. Auf den Rat des Architekten zu hören ist dabei nicht Bevorzugung eines Unternehmers, sondern Profitieren von langjährigen Erfahrungen.

 

Versicherungen für Bauherren während der Bauphase

Ein Hausbau zieht haftungsrechtliche Verpflichtungen nach sich, die sich in i) Eigenschäden und ii) Fremdschäden während und nach der Bauphase untergliedern.

 

Bauherrenhaftpflicht

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt den Immobilieneigentümer vor Ansprüchen dritter (Nachbarn, Passanten, Besucher), die durch seine Bautätigkeit zu Schaden kommen. Auch wenn ein Unternehmen mit der Bauausführung beauftragt würde, ist der Bauherr nicht von den eigenen Sorgfaltspflichten befreit. Das häufig zu sehende Schild an Baustellen "Betreten der Baustelle verboten. Eltern haften für ihre Kinder." entbindet nicht von der Verkehrssicherungspflicht und damit vor einer möglichen Schadensersatzverpflichtung.

 

Bauwesenversicherung

Während die Haftpflichtversicherung Ansprüche anderer abdeckt, schützt die Bauleistungsversicherung das Baueigentum. Auch hier reicht die Vergabe der Bauausführung an einen Bauträger nicht als Schutz vor empfindlichen Verlusten. Beschädigungen und Störungen durch höhere Gewalt und unabwendbarer Ereignisse gehen ausschließlich zu Lasten der Bauherren. Aber auch andere Risiken, z.B. Böswilligkeit, Diebstahl fest eingebauter Teile, aussergewöhnliche Witterungseinflüsse (Sturm, Hagel, Überschwemmung) werden von dieser Versicherung übernommen.

 

Obligat. Gebäudeversicherung während der Bauphase (kantonal): „GVA Bauzeitversicherung“

Sie bietet Versicherungsschutz für das noch nicht bezugsfertige Wohngebäude von Baubeginn bis zur Bezugsfertigkeit und für die auf dem Versicherungsgrundstück befindlichen Bauteile und Baustoffe. Der Abschluss erfolgt im Rahmen der Wohngebäudeversicherung beitragsfrei und gilt für 6 Monate (kann ggf. verlängert werden).

 

Ausführungsphase

Werkvertrag 

Der Bauherr schliesst mit den Unternehmern Werkverträge ab. Der Architekt unterzeichnet diese als Treuhänder ebenfalls.
Der Werkvertrag kann auf Abrechnung nach Ausmass und Einheitspreis, als Pauschalvereinbarung und in seltenen Fällen auf Verrechnung nach Aufwand (Regie) abgeschlossen werden.
Regiearbeiten ergeben sich auch bei den erstgenannten Verrechnungsarten, da nie «der letzte Nagel» zum voraus erfasst werden kann.

 

Termine

Voraussetzung für das Einhalten der Termine ist der Terminplan. Dieser soll sorgfältig und ausgewogen entwickelt werden. Nicht nur der Zeitplan einzelner Arbeiten, sondern auch das lückenlose Ineinandergreifen derselben ist entscheidend für eine optimale Bauzeit.

 

Bauleitung

Die Ausführung der Arbeiten an Ort und Stelle wird vom Architekten oder Bauführer koordiniert und in Bezug auf Vertragskonformität, Termine, Kosten usw. überwacht. Der Bauleiter ist dafür besorgt, dass die Unternehmer und Lieferanten nur im Rahmen ihrer Leistungen Abschlagszahlungen erhalten.

 

Baubesprechungen

Sinnvoll sind regelmässige Begehungen der Baustelle durch den Bauherrn und den Architekten. In allen Fällen sind jedoch direkte Anweisungen des Bauherrn an die Unternehmer zu vermeiden. Solche verunsichern den Handwerker, schwächen die Position des Architekten und schaden schlussendlich dem Bauherrn.

 

Änderungen

Änderungen während der Ausführung sind in der Regel sehr teuer und nur in Notfällen anzuordnen.

 

Mehrwünsche

Jeder Bauherr ist versucht, im Verlauf des Bauprozesses diese oder jene Zutat anzuordnen. Nebst den daraus resultierenden Mehrkosten können auch Terminverzögerungen entstehen.

 

Ausmass und Kontrolle

Die am Bau ausgeführten Arbeiten werden mit den Unternehmern ausgemessen. Die Ausmasse gelten als Grundlage für die Rechnungstellung (Akkordarbeit). Gewisse Arbeiten können nicht nach Ausmass und Einheitspreis quantifiziert werden, sie müssen nach Arbeitsaufwand und Materialverbrauch berechnet werden (Regiearbeit).
Die von den Unternehmern gestellten Rechnungen werden in Bezug auf Übereinstimmung mit dem Ausmass, den vertraglichen Einheitspreisen und rechnerisch geprüft.

 

Bauabnahme 

Nach der Bauvollendung nimmt der Architekt, in manchen Fällen auch mit Hilfe der Spezialisten, die Bauabnahme vor. Sie umfasst die Prüfung auf Qualität, Vollständigkeit und auf Funktionstüchtigkeit. Das Ergebnis dieser Abnahmen ist in Protokollen festzuhalten. Wenn solche nicht erstellt werden, ist anzunehmen, dass die betreffende Arbeit gutgeheissen wurde.

 

Abschlussphase

Schlussabrechnung 

Aufgrund sämtlicher Rechnungen erstellt der Architekt die Bauabrechnung. Abweichungen zu den veranschlagten Kosten sind kurz zu begründen. Dabei sollen lediglich beschlossene Einsparungen angeordneten oder zwingend notwendigen Mehraufwendungen gegenübergestellt werden. Lohn- und Materialpreisaufschläge, die während der Ausführung entstehen, sind von den Unternehmern nachzuweisen. Aufschläge, die den Zeitraum zwischen Ausarbeitung des Kostenvoranschlages und der Arbeitsvergabe betreffen, lassen sich annähernd mit Hilfe des Zürcher Baukostenindex (siehe Baudoc-Baudaten) berechnen.

 

Garantien

Vor Ablauf der Garantiefrist von 2 Jahren erfasst der Architekt die Garantiemängel, ordnet die Garantiearbeiten an und überwacht deren Vollzug. Bei verdeckten Mängeln verlängert sich die Garantiefrist der Unternehmer gemäss OR auf 5 Jahre.
Nach Ablauf dieser Fristen ist der Architekt für die Organisation und Überwachung der Mängelbehebungen und Reparaturen nicht mehr verantwortlich.
Falls ein Unternehmer seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, muss der Bauherr auf dessen «Garantiebürgen» (Bank, Versicherungsgesellschaft usw.) zurückgreifen und notfalls den Rechtsweg beschreiten. Der Architekt wird ihn dabei unterstützen und beraten.

 

Unterhaltspflicht des Bauherrn, Versicherungen

Der Bauherr hat auch Verpflichtungen gegenüber seinem Eigentum. Ohne regelmässigen Unterhalt verkommt auch das mit besten Materialien und grösster Sorgfalt gebaute Haus. Der Architekt ist gerne bereit, die notwendigen Ratschläge zu erteilen, nicht aber verpflichtet, noch nach Jahr und Tag über Gedeih und Verderb seines Werkes zu wachen.

Durch den Bauherrn sind Versicherungen abzuschliessen. Während in den meisten Kantonen Brandversicherungen obligatorisch sind, ist der Abschluss einer Wasserschadenversicherung fakultativ. Für die Bauzeit empfiehlt sich auch der Abschluss einer Versicherung, die Risiken, die vom Bauherrn selbst zu tragen sind, abdeckt, so z. B. eine Bauherren-Haftpflichtversicherung. Nach dem Bezug des Gebäudes ist es üblich, eine Privathaftpflichtversicherung, oft kombiniert mit einer Hausratversicherung (Diebstahl, Glasschaden usw.), abzuschliessen. Detaillierte Auskünfte darüber geben alle Sachversicherungsgesellschaften.

 

Das Honorar

Für alle seine Arbeiten erhält der Architekt vom Bauherrn ein Honorar. Er wird ausschliesslich durch ihn für seine Bemühungen entschädigt und nimmt keinerlei Vergütungen seitens der Unternehmer entgegen.
Das Honorar wird aufgrund der Ordnung 102 des SIA berechnet.

 

Baukategorien

Je nach Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe wird ein Bauobjekt in die entsprechende Kategorie eingeteilt. Diese Einteilung hat Einfluss auf die Höhe der Prozentsätze, die der Honorarberechnung zugrunde liegen. Je schwieriger eine Bauaufgabe, desto höher der Prozentsatz.

 

Ansätze

Die Höhe der honorarberechtigten Baukosten beeinflusst ebenfalls den Ansatz, der zur Ermittlung des Honorars dient. Hier gilt: je höher die Baukosten, desto tiefer der Prozentsatz.

Andere Formen der Honorierung

Anstelle der Honorierung aufgrund der abgerechneten Baukosten (Kostentarif) kann eine Pauschalhonorierung oder eine Verrechnung nach Zeitaufwand (Zeittarif) bzw. nach Gebäudevolumen (Volumentarif) vereinbart werden.

Während sich die Pauschalhonorierung an die beschriebene Berechnungsart anlehnt, jedoch aufgrund des Kostenvoranschlages pauschal vereinbart wird, erfolgt die Berechnung des Honorars nach Zeitaufwand in einer Form, die vor allem auf kleinere oder sehr komplexe Aufgaben (z. B. Expertentätigkeit) oder auf hohen künstlerischen Einsatz verlangende Einzelaufgaben ausgerichtet ist.

Zuschläge/Reduktionen

Umbauten erfordern einen grösseren Planungs- und Ausführungsaufwand, da sich der Architekt mit Gegebenheiten konfrontiert sieht, die er vorerst erfassen und dann in sein Konzept einbeziehen muss. Daher rechtfertigt sich ein Zuschlag zum Honorar, der 10–50%, je nach Komplexität, beträgt. Gleichermassen können für denkmalpflegerische Aufgaben Zuschläge zur Anwendung kommen.

 Varianten und Änderungen, die vom Bauherrn verlangt werden, sind entschädigungspflichtig.

 Honorierung von Zusatzleistungen

Verschiedene der geschilderten Tätigkeiten des Architekten sind nicht in den Honoraren nach Kosten- bzw. Volumentarif oder im Pauschalhonorar eingeschlossen. Es handelt sich dabei um Leistungen, die nicht in allen Fällen erbracht werden müssen (wenn z. B. bereits eine Bauparzelle vorhanden ist, wird auch keine Beratung beim Erwerb notwendig, oder bei einfachen Bauaufgaben ist eine Darstellung im Modell nicht zwingend). Daher sind solche Leistungen separat und nach Zeitaufwand zu entschädigen. Eine Aufzählung dieser Zusatzleistungen und der Spesen findet sich in der Honorarordnung.

 

Spezialistenhonorare

Die Honorierung der Spezialisten (Bauingenieure, Installationsingenieure, Geologe, Geometer, Grünplaner usw.) erfolgt ebenfalls durch den Bauherrn. Die Beauftragung dieser Spezialisten bedeutet keine Entlastung des Architekten und somit keine Reduktion seines Honorars.
Im Falle von Unsicherheiten bezüglich Honorarfragen (Baukategorien, Zuschläge usw.) kann das Generalsekretariat des SIA die gewünschten Auskünfte erteilen. Es empfiehlt sich dringend, Honorarfragen vor Projektierungsbeginn klar und in schriftlicher Form zu regeln.

Gegen die heute übliche Honorarregelung wird immer wieder eingewendet, dass sie das teure Bauen begünstige, denn hohe Kosten = höheres Honorar. Diesem Einwand ist entgegenzustellen, dass verantwortungsbewusste Architekten auf eine wirtschaftliche Bauweise achten. Im Weiteren sind die Honorarprozentzahlen degressiv, und letztlich kann durch die Pauschalisierung des Honorars diesem Einwand begegnet werden. Es gibt Fälle, bei denen sich Spezialregelungen aufdrängen, wie z. B., wenn durch besondere Entwicklungsarbeit und Rationalisierung grosse Einsparungen resultieren.

 

Nach den vorliegenden Angaben kann man auch noch nach der Bauvollendung einander die Hand geben und Freude am gelungenen Bauablauf haben.